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Biblische Theologie Altes Testament

Judentum und Christentum haben in religionsgeschichtlicher Hinsicht eine gemeinsame Basis-Urkunde auf deren Autorität sie sich stützen – die Bibel. Diese Text-Gemeinsamkeit wird im Christentum als "Altes Testament" (oder erstes Testament) und im Judentum als Tenach bezeichnet. Die Schriften im Tenach sind in folgende drei Bereiche gegliedert: Thora (die "Weisung"/Pentateuch), Neviim (die Propheten), Ketuvim (die Schriften). Der Begriff "Altes Testament" ist aus jüdischer Perspektive nicht angebracht, da hier der Tenach die Heilige Schrift in ihrer Ganzheit darstellt.


Theologiegeschichtlich lässt sich beobachten, dass das AT lange Zeit in der Theologie wenig Beachtung fand und teils ausschließlich christologisch interpretiert wurde. Das Zweite Vatikanische Konzil [Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung "Dei Verbum" 14-16] hat diesbezüglich neue Impulse gesetzt. "Die Geschichte des Heils liegt, von heiligen Verfassern vorausverkündet, berichtet und gedeutet, als wahres Wort Gottes vor in den Büchern des Alten Bundes; darum behalten diese von Gott eingegebenen Schriften ihren unvergänglichen Wert." (DV 14) Das AT als Hl. Schrift Jesu und der urchristlichen Gemeinde besitzt demnach auch für das Christentum heute bleibenden Wert. Die Vorgeschichte der Urkirche liegt in der Geschichte des AT und so gehört das Wissen um die authentische Vorgeschichte und damit das AT als inspiriertes Buch zu den normativen Größen der Kirche.


Daher kommt der Exegese die Aufgabe zu, die jeweiligen biblischen Texte für die Gegenwart zu erschließen. Insbes. muss die jeweilige Eingebundenheit des Textes in seine ursprüngliche Sprach- und Kulturwelt mitbedacht werden.


Im Studium der Theologie gliedern sich die biblischen Fächer (AT und NT) in folgende Teilbereiche:


(vgl. Hossfeld, Frank-Lothar/Lamberty-Zielinski, Hedwig: Altes Testament – Einleitung und Exegese, in: Wohlmuth, Josepf [Hrsg.]: Katholische Theologie Heute. Eine Einführung, Würzburg 1990, S. 145-168.)


[Clemens Conradi / Wolfgang Werner]