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Kirchenrecht

Das kanonische Recht (Kirchenrecht) gehört zum Fächerkanon der Theologie. Es gibt keine Phase in der Kirchengeschichte, in der nicht auch eine - sicherlich unterschiedlich geartete - Formulierung von Normierungen oder Gesetzen vorgenommen wurde, von der Einsetzung der ersten Diakone (Apg. 6,1-7) bis zur Normierung des Codex Iuris Canonici (CIC) als allgemeinem Recht der lateinischen Kirche. Darüber hinaus existiert mit dem Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium (CCEO) ein Gesetzbuch für die mit Rom unierten katholischen Ostkirchen und eine Fülle partikularrechtlicher Normen auf den Ebenen der Bischofskonferenzen und Bistümer.

Kirchenrecht dient als Regelungsinstrument der Rechtssicherheit im kirchlichen Leben ebenso wie der Sicherung von Freiheit und Möglichkeiten im Miteinander der kirchlichen Commu-nio. Dabei hat das Kirchenrecht selbst wie auch die Kanonistik (Kirchenrechtswissenschaft) als dienende Disziplin den Vorgaben der systematischen Theologie zu folgen und aufmerksam darauf zu achten, im Bemühen um Regelungen nicht über Gebühr einschränkend zu wirken.

Das kirchliche Recht ist bemüht, das Gesamt der kirchlichen Lebensvollzüge aufzugreifen, so z. B. Hierarchie, Rechte und Pflichten der Gläubigen, Verkündigung, Sakramente, Vermögen, aber auch Straf- und Prozessrecht. Um im Kontext der katholischen Kirche Theologie treiben oder in einem kirchlichen Dienst tätig sein zu können, sollten grundlegende Kenntnisse des kirchlichen Rechtssystems gegeben sein.


(vgl. J. Wohlmuth (Hg.): Katholische Theologie heute. Eine Einführung in das Studium, Würzburg 1990, S. 288-297;
vgl. A. Leinhäuptl-Wilke / M. Striet, Katholische Theologie studieren: Themenfelder und Disziplinen, Münster 2000)

                                                                                                                                           [Stefan Schweer]